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Vom GUI zum NUI

Vom graphphischen zum natürlichen User-Interface
Die Unterhaltungsindustrie hat das natürliche User-Interface (NUI) entdeckt. Statt über grafische Bedienelemente wie Buttons oder Drop-Down-Menus lassen sich die neuen Geräte intuitiv zum Beispiel mit den Fingern bedienen. Vom GUI zum NUI – ein wegweisender Trend? Ist von Anwenderfreundlichkeit die Rede, dauert es meist nicht lange bis der Name „iPhone“ fällt. Das Vorzeigegerät von Apple ist schon fast zum Synonym für gute User Experience avanciert. Laut Tim Bosenick, Customer Experience-Experte der Hamburger Beratung SirValUse, ist das iPhone aber weit mehr: „Es zeigt den Trend vom Graphical User Interface (GUI) hin zum Natural User Interface (NUI)“. Soll heißen: Aus der grafischen Nutzerschnittstelle wird eine natürliche Nutzerschnittstelle. Damit verschiebt der Anwender die Bilder mit dem Finger auf dem Touchscreen, anstelle einen Pfeil mit einem Stift oder der Maus zu drücken. „Somit passt sich die Technik quasi immer mehr der Realität an“, erklärt Bosenick weiter. Für Bosenick sind NUIs der Weg der Zukunft – und er „prophezeit“ die Zunahme der natürlichen Schnittstellen für Nutzer: „Damit kann ich auf einem Bildschirm Elemente direkt bewegen, ohne dass eine Repräsentanz, zum Beispiel eine Taste, zwischengeschaltet ist“, sagt Bosenick. Wo Nutzer bislang Tasten, Knöpfe oder Computermäuse bedienen mussten, sollen sie in Zukunft über Sprache oder Gesten die neuartigen Geräte steuern. In Ansätzen funktioniert das bereits bei Nintendos Spielekonsole „Wii“ oder beim Computertisch „Surface“ von Microsoft, auf dessen Technologie auch das neue Betriebssystem Windows7 von Microsoft basiert. Als die Spielekonsole Wii des japanischen Spielekonsolen-Traditionsherstellers Nintendo erstmals präsentiert wurde, war der Spott groß: Sie wurde als technisch hoffnungslos rückständig eingestuft. Aber die neuartige Form des Contollers (Wiimote), die eher einer Fernbedienung als einem Controller ähnelt, und insbesondere das neuartige Bedienkonzept nahmen die Nutzer so schnell an, dass die Konsole zu einem großen und bislang anhaltenden Erfolg im stark umkämpften Games-Markt wurde. Die Annahme von Nintendo, dass jeder weiß, wie man eine Fernbedienung hält, und der Rest dann schon von selbst komme, weil die Steuerung intuitiv und schnell erlernbar sei, erwies sich als richtig. Die nahtlose Interaktion zwischen Mensch und Computer ist damit längst keine Vision mehr, sondern mit NUIs lassen sich realistische Objekte in einer realistischen Art und Weise direkt manipulieren. So lässt sich zum Beispiel ein digitales Foto drehen, als ob es direkt auf dem Tisch liegt. Die unterschiedlichen Produkte und Prototypen haben jedoch eines gemeinsam: Interfaces wie wir sie bislang kennen, fehlen gänzlich. Standard-Fenster, -Icons und -Menüs müssen von den Nutzern neu erlernt werden – erwartungskonforme Navigation gehört damit der Vergangenheit an. Die Herausforderung für seine Zunft sieht Bosenick deshalb auch darin, Standards zu etablieren, die für jeden erlernbar sind und eine Übertragbarkeit von altbekannten Mustern gewährleisten. Auch Menschen mit körperlichen Behinderungen dürfen davon nicht ausgeschlossen werden. Und er gibt sich sicher: „Ob Gestensteuerung, Touch-Screens, Spracheingabe oder sogar Steuerung durch Gedanken – all diese Entwicklungen zeigen den klaren Trend: Vom GUI zum NUI!“