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Das S-Bahn-Chaos in Berlin und seine Folgen

Der WVI einiger Branchen wird zum Teil stark von saisonalen oder wirtschaftlichen Ereignissen beeinflusst. Das zeigt zum Beispiel der WVI der S-Bahn Berlin.

Bei der S-Bahn in Berlin ist Chaos Alltag. Im September 2009 musste die Berliner S-Bahn auf dreiviertel seiner Flotte verzichten, weil diese mit kaputten Bremszylindern in der Werkstatt verweilten. So konnten damals nur 155 der 632 Wagen weiterfahren. Ein Jahr später im August sind immer noch lediglich 416 Viertelzüge im Einsatz. Aber auch Unfälle, tägliche Kontrollen der Besandungsanlagen und Bauarbeiten führten zu weiteren Zugausfällen in 2010.


Kaum ein anderes Verkehrsunternehmen ist so oft in der Krise wie die S-Bahn Berlin. Ein Notfallplan löst den vorherigen ab. Den Fahrplan des Sonderverkehrs können und müssen die S-Bahn-Reisenden auf der Website der S-Bahn einsehen – und dies führt natürlich zu einer erhöhten Klickrate. Dies macht sich auch im WVI bemerkbar, der über das Jahr verteilt viele Schwankungen aufweist. Insgesamt ist über das Jahr gesehen jedoch für s-bahn-berlin.de ein Aufwärtstrend erkennbar. Startete der WVI im Januar noch mit 34 Punkten, hielt er sich ab März relativ stabil über der 40-Punkte-Marke. Das liegt u.a. am Heranwachsen einer wiederkehrenden und aktiven Nutzergruppe (Retention und Heavy User).
Einen Ausreißerwert liefert der Monat September mit einem Höchstwert von 49. Der Relaunch des Internetauftritts von s-bahn-berlin.de im September führte kurzfristig zu einem anderen Nutzungsverhalten: Ein neues Design, ein anderer Aufbau, zusätzliche Funktionen und Bereiche wie ein Erlebnis-Stadtplan oder ein personalisierbarer Bereich hielten die User zum Verweilen und Klicken an. Erhöhte Page Impressions pro User und längere Surfdauer auf der Website hatten einen sehr hohen WVI zur Folge.

Im Oktober dagegen rutschte der Index wieder auf das August-Niveau (43) zurück, was an deutlich verminderter Verweildauer und weniger Page Impressions lag; d.h. die Nutzer haben sich offensichtlich an die neue Webseite gewöhnt.

Nachdem im November bereits ein Reichweitenanstieg einhergehend mit einer hohen Retention und sogar einem leichten Anstieg an Heavy Usern zu verzeichnen war, führte der Wintereinbruch im Dezember zu Höchstwerten sowohl in Reichweite als auch mit einem Indexwert von 51.Besonders beachtlich hierbei, dass trotz Reichweitensteigerung die Bounce Rate deutlich sank. Nicht nur eine hohe Verweildauer und Page Impression trugen zum WVI-Aufstieg bei - der Anteil an Heavy Usern konnte im Jahresverlauf deutlich gesteigert werden: Gab es im Januar 2010 praktisch keine Heavy-Nutzer (0%), lag ihr Anteil es im November bei 7% und erreichte im Dezember sogar 18%. Die S-Bahn-Berlin hat sich durch die Kommunikationspolitik, vor allem auf die eigene Website zu setzen, eine treue Stammnutzerschaft erarbeitet.