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SirValUse  >  Presse  >  Nutzenforschung Report  >  04: Logfile-Analysen

Personalisierte Logfiles

Ein neues Tool ermöglicht detaillierte Einblicke in das Nutzungsverhalten von Internetusern.


Remote Usability-Testing von Internet-Anwendungen erfreut sich zunehmender Akzeptanz. Mit diesem Test-Verfahren können Schwachpunkte und Usability-Probleme valide, kostengünstig und effizient aufgedeckt werden. Beim Remote-Testing nutzt der User die zu testende Website am eigenen PC zu Hause oder am Arbeitsplatz - und nicht in einem Test-Labor. Die Nutzungssituation während des Tests entspricht damit weitestgehend der „natürlichen“ Nutzungssituation.

Neues Testing-Tool LEOtrace©
Die neue Remote-Testing-Software LEOtrace© beobachtet Nutzer während des alltäglichen Umgangs mit dem Internet, ohne dass die Probanden eine zusätzliche Software installieren müssen. Mit diesem neuen Verfahren des Hamburger Instituts für Usability-Testing SirValUse werden Nutzungsmotive, -zufriedenheit und -häufigkeiten eigener und fremder Angebote vergleichbar. Das LEOtrace© System erfasst  demnach das gesamte Nutzungsverhalten der Probanden und schließt eine frei definierbare Anzahl von Wettbewerber-Seiten in die Internetnutzungsmessung ein. Dazu speichert das System die Logdaten der Webseiten, die von den Testpersonen besucht wurden. Das Tool loggt neben der URL der aufgerufenen Seiten Screenshots, Mausbewegungen und Eingaben der User in die Website. Die Logfiles der Testpersonen können mit Daten von Online-Befragungen (zum Beispiel Internetnutzung, Soziodemographie, Erwartungen an die Inhalte, Besuchsgründe, Erwartungserfüllung, Abbruchgründe oder Bewertungen), die sich über das System an jeder beliebigen Stelle einer zuvor definierten Website einbinden lassen, verknüpft werden.

Daten aus der natürlichen Umgebung der User
Die Probanden nutzen, je nach Fragestellung, eine Webseite völlig frei und lassen sich durch das Remote-System dabei über die Schulter schauen. Sie werden gebeten, das auf einer Seite zu tun, was sie ohnehin vorhatten. Bisher war es nicht möglich, User ohne weitere Aufgabenstellung während ihrer normalen Internetnutzung zu beobachten und somit Nutzungsdaten zu erhalten, die weitgehend der realen Nutzungssituation entsprechen. Bei einer anderen Vorgehensweise bekommen die Probanden bestimmte Aufgaben gestellt, die sich mit dem Nutzungsmotiv decken, das sie für den Besuch einer Seite angegeben haben. Ob diese Aufgaben zufrieden stellend gelöst wurden, schätzen sie über einen Online-Fragebogen selber ein. Während des freien Surfens oder der Aufgabenbearbeitung haben die Probanden die Möglichkeit, jederzeit aus eigenem Impuls über eine Eingabemaske User-Feedback zu besonderen Vorkommnissen zu melden. Über im Browser eingebettete Buttons können die User ein Feedback-Formular öffnen und besondere Vorfälle kommentieren, die bei ihnen positive oder negative Empfindungen auslösen oder die Zielerreichung stark beeinflussen - wie zum Beispiel Probleme, Hindernisse oder fehlende Funktionen, aber auch positive Ereignisse. Die Testpersonen melden so Usability-Probleme, die unmittelbar bei der Nutzung auftreten. Das Ergebnis sind qualitativ hochwertige Aussagen der Teilnehmer, da sie mögliche Probleme spontan und nicht erst am Ende eines Webseitenbesuchs, wenn eventuell andere Eindrücke überwiegen, berichten.

Reliabilität der Ergebnisse von Remote-Tests
Ein Remote Usability-Test ist zu einem wesentlichen Teil darauf angewiesen, dass die Probanden qualitativ hochwertiges User-Feedback zurückmelden. Aber können Nutzer selbständig ihre eigenen Nutzungsprobleme aufspüren und mitteilen? Zwei vom Institut für Usability-Testing SirValUse durchgeführte Evaluationsstudien kamen hierbei zu dem Ergebnis, dass die meisten Probanden besondere Vorkommnisse durchaus erkennen und mitteilen können. Dem Feedback konnte eine hohe Qualität zugeschrieben werden, da die Mitteilungen nachvollziehbar formuliert waren, freiwillig erfolgten, eindeutig in positive und negative Meldungen getrennt werden konnten und einer Überprüfung durch einen Usability-Experten standhielten. Trotz der hohen inhaltlichen Qualität des User Feedbacks kann es durchaus schwierig sein, die Nutzungssituation nachzuvollziehen, in der ein Proband sich befunden hat.

LEOtrace Cockpit© - schnelle und einfach Auswertung der Daten
Oft stellt sich bei der späteren Auswertung die Frage: Was hat der User im Moment der Feedback-Meldung wirklich gesehen? An dieser Stelle kann ein Auswertungs-Tool einspringen - das LEOtrace Cockpit©. Um das User-Feedback nutzbar und sichtbar zu machen, wurde ein webbasiertes Tool entwickelt, das die Auswertung und Analyse der großen Menge der bei einem Remote-Test gesammelten Daten erleichtert und die Beobachtung und Interpretation des Nutzerverhalten ermöglicht. Das Tool stellt sowohl die Screenshots der Nutzungssituation als auch den kompletten Verlauf der Session zur Verfügung, passend zur entsprechenden Mitteilung (siehe Abbildung). Die nachträgliche Analyse der Surfpfade unter Berücksichtigung der Besuchsgründe und des Besuchserfolgs (vor allem des Misserfolgs) steuern wertvolle Erkenntnisse bei und es wird eindeutig nachvollziehbar, welche Vorkommnisse warum beschrieben wurden. So ist es erstmals möglich, personalisierte Logfiles zu erhalten. Der gesamte Surfpfad und das Nutzerverhalten (Screenshots, Mausbewegungen, Eingaben auf der Seite) in Kombination mit dem vom Nutzer abgegebenen Feedback, den positiven und negativen Rückmeldungen der User, ergeben ein umfassendes Bild der Usability und User Experience eines Angebotes.

Das LEOtraceCockpit© kann Internetanbietern auch direkt als Tool zur Verfügung gestellt werden, um die erhobenen und eingespielten Daten aktuell abzurufen und sich ein umfassendes Bild ihrer Nutzer zu machen. Das Tool bietet sich für schnelle Messungen, aber auch für kontinuierliche Qualitätssicherung an.


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